Steigende Kaffeepreise aufgrund von Dürre in BrasilienDie Preise für Kaffee steigen in Europa, wo Dürre in Brasilien und Taifune in Vietnam die Kaffeeproduktion beeinträchtigt und die Preise in die Höhe getrieben haben. Kaffeetrinker stehen nun vor der Herausforderung, mehr für ihre tägliche Tasse zu bezahlen, und das inmitten einer Krise, die die Preise noch lange Zeit beeinflussen dürfte.
Naturkatastrophen erschweren die Kaffeeproduktion in vielen Teilen der Welt. Brasilien, das etwa 40 % der weltweiten Kaffeeproduktion ausmacht, wurde unter anderem von einer der schlimmsten Dürren seit Jahrzehnten heimgesucht. Dies hatte schwerwiegende Auswirkungen auf die Anbaugebiete der Arabica-Bohne, was zu stark reduzierten Ernten führte. Es wird geschätzt, dass die Ernteerträge für 2023-2024 um bis zu 20 % zurückgehen könnten.
Besonders stark betroffen ist Minas Gerais, Brasiliens größter Kaffeeproduzent, wo die Trockenperiode länger und die Niederschlagsmengen deutlich geringer als üblich waren. Die Dürre und die hohen Temperaturen haben die Bauern unter Druck gesetzt, die nun einer schwierigen Zukunft entgegensehen.
Taifune treffen Vietnam Gleichzeitig wurde Vietnam, der weltweit größte Produzent von Robusta-Bohnen (die häufig in Instantkaffee verwendet werden), vom Taifun Yagi heimgesucht. Der Taifun zerstörte große Teile des zentralen Hochlands, einem wichtigen Gebiet für die Kaffeeproduktion des Landes. Tausende Hektar Kaffeeplantagen wurden zerstört, und die Schäden werden sich sowohl auf die aktuellen Ernten als auch auf das zukünftige Produktionspotenzial auswirken, da die betroffenen Bäume möglicherweise mehrere Jahre brauchen, um sich zu erholen.
Preisanstieg aufgrund einer perfekten Sturmfront von Problemen
Die kombinierten Auswirkungen der Dürre in Brasilien und des Taifuns in Vietnam haben zu einem starken Anstieg der Kaffeepreise geführt. Der Internationale Kaffeerat berichtet, dass die Preise im dritten Quartal 2024 um fast 20 % gestiegen sind, was dem höchsten Stand seit fast einem Jahrzehnt entspricht. Die Arabica-Preise sind von 1,80 $ (1,62 €) auf über 2,50 $ (2,25 €) pro Pfund gestiegen, während die Robusta-Preise um 25 % auf über 2.000 $ (1.796 €) pro Tonne gestiegen sind.
Lange Erholung erwartet Experten wie Katharina Erfort von Inverto sehen die Chancen für eine schnelle Erholung eher düster. Sie ist der Meinung, dass die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels mit immer häufiger auftretenden Extremwetterereignissen eine Stabilisierung des Sektors in naher Zukunft unwahrscheinlich machen. Zusätzlich zu den Wetterproblemen steigt auch die weltweite Nachfrage nach Kaffee, insbesondere in aufstrebenden Märkten wie Asien, was die Preise weiter in die Höhe treiben könnte.
Kaffeepreise steigen in Europa sprunghaft an
In Europa, wo der Kaffeekonsum für viele zur täglichen Gewohnheit gehört, sind die Auswirkungen der steigenden Preise besonders spürbar. In Deutschland, dem größten Kaffeemarkt Europas, sind die Einzelhandelspreise für Kaffee seit 2022 um durchschnittlich 10 % gestiegen. Eine Umfrage der Europäischen Kaffeeorganisation ergab, dass fast 65 % der Cafés in Europa ihre Preise seit Anfang 2023 um 5 % bis 15 % erhöht haben.
Der globale Kaffeemarkt steht vor großen Herausforderungen. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und extremer Wetterereignisse, die sich auf Ernten und Produktion auswirken, besteht die Gefahr, dass sich die Kaffeetrinker in Europa in Zukunft auf noch höhere Preise einstellen müssen.